Was ist ein KfW-Effizienzhaus?

Durch den Energiestandard wird festgelegt, wie hoch der Energiebedarf pro Quadratmeter Energiebezugsfläche und Jahr sein darf. Dieser Standard wird durch die Haustechnik und die baulichen Bestimmungen erreicht. Unberücksichtigt bleibt dabei das Nutzungsverhalten. Das KfW-Effizienzhaus sorgt also für Einsparung von Energiekosten, Werterhalt und Wohnkomfort.

Das Einsparziel kann nur durch die Summe verschiedener baulicher und technischer Maßnahmen in den Bereichen Heizung, Lüftung und Dämmung erreicht werden, die zu Mehrkosten in der Herstellung führen. Der Gesetzgeber entlastet Käufer und biete Unterstützung durch Zuschüsse und zinsgünstige Kredite der KfW-Bankengruppe.

Ab dem 01.07.2021 ersetzt die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) die bisherigen Förderungen. Dabei wird unterschieden in zwei Standards:

Effizienzhaus

NH – Standard

Erreichbar nur bei Neubau, wenn ein Nachhaltigkeitszertifikat ausgestellt wird. Eine Kombination von EE-Klasse und Nachhaltigkeits-Klasse ist nicht möglich.

Eine akkreditierte Zertifizierungsstelle muss die Übereinstimmung der Maßnahme mit den Anforderungen des Qualitätssiegels bestätigen. Auf der Webseite des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) finden Sie die Bewertungsanforderungen und Siegelsysteme für „ Nachhaltiges Bauen“.

Effizienzhaus

EE – Standard

Anwendbar bei Neubau, aber auch Altbausanierung, wenn erneuerbare Energien mit einem Anteil von mindestens 55 % den erforderlichen Energiebedarf des Hauses für Wärme- und Kälteversorgung erbringen.

Bei der Förderhöhe wird zwischen verschiedenen Standards unterschieden. Derzeit fördert die KfW den Neubau von Wohnhäusern mit den KfW-Effizienzhaus-Standards 40 Plus sowie 40 und 55 jeweils in „NH“ oder „EE“-Standard.

Neubau | Kredit- oder Zuschussvariante der KfW

Sie interessieren sich für ein neues Haus oder eine neue Eigentums­wohnung? Wenn Sie jetzt bauen oder eine neue Immobilie kaufen, können Sie mit staatlichen Förder­mitteln rechnen. Seit 01.07.2021 können Sie hohe Zuschüsse und Tilgungs­zuschüsse der im Rahmen der „Bundes­förderung für effiziente Gebäude“ (BEG) nutzen.

Effizienzhaustyp

(Tilgungs-)zuschuss in % je Whg.

Betrag je Wohnung

Alter Wert

Effizienzhaus 40 PLUS

25 % von maximal 150.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 37.000,- €

15 % von max. 100.000,- €

Effizienzhaus 40

20 % von maximal 120.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 24.000,- €

10 % von max. 100.000,- €

Effizienzhaus 40 –„EE“

22,5 % von maximal 150.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 33.750,- €

Effizienzhaus 55

15 % von maximal 120.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 18.000,- €

5 % von max. 100.000,- €

Effizienzhaus 55 – „EE“

17,5 % von maximal 150.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 26.500,- €

Fördermittel KFW Neubau

WICHTIG: Beantragen Sie unbedingt vor Abschluss des Kaufvertrages die Förder­mittel, ansonsten besteht kein Anspruch!

Das passende Produkt der KfW-Bank finden Sie hier:

Sanierung | Kredit- oder Zuschussvariante der KfW

Bei der Sanierung von Gebäuden und Baudenkmälern kommen die Standards 55, 70, 85, 100 und „Denkmal“ – in der jeweiligen Stufe in Ergänzung desvorher beschriebenen „EE“-Standard – in Betracht.

Effizienzhaustyp

(Tilgungs-)zuschuss in % je Whg.

Betrag je Wohnung

Alter Wert

Effizienzhaustyp 40

45 % von maximal 120.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 54.000,- €


Effizienzhaus 40 –„EE“

50 % von maximal 120.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 75.000,- €


Effizienzhaus 55

40 % von maximal 120.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 48.000,- €


bis zu 30.000,- €

Effizienzhaus 55 – „EE“

45 % von maximal 150.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 67.500,- €


Effizienzhaus 70

35 % von maximal 120.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 42.000,- €


bis zu 25.000,- €

Effizienzhaus 70 – „EE“

40 % von maximal 150.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 60.000,- €


Effizienzhaus 85

30 % von maximal 120.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 36.000,- €


bis zu 20.000,- €

Effizienzhaus 85 – „EE“

35 % von maximal 150.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 52.500,- €


Effizienzhaus 100

27,5 % von maximal 120.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 33.000,- €


bis zu 17.500,- €

Effizienzhaus 100 –„EE“

32,5 % von maximal 150.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 48.750,- €


Effizienzhaus Denkmal

25 % von maximal 120.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 30.000,- €


bis zu 15.000,- €

Effizienzhaus Denkmal – „EE“

30 % von maximal 150.000,- € Kreditbetrag / geförderter Kosten

bis zu 45.000,- €


Grundsätzlich gilt für die KfW-Förderung: Je niedriger der Energiebedarf einer Immobilie durch die Bauherrschaft oder Käufer ausgewiesen werden kann, desto höher fallen die Zuschüsse aus.

Fördermittel KFW Sanierung

WICHTIG: Beantragen Sie unbedingt vor Abschluss des Kaufvertrages die Förder­mittel, ansonsten besteht kein Anspruch!

Baubegleitung | Förderung der KfW

Auch verschiedene Baunebenkosten und Wiederherstellungskosten für Maßnahmen im Zusammenhang mit der Sanierung gehören zu den förderfähigen Ausgaben – unter anderem Ausgaben für die Unter­stützung eines Energie­effizienz-Experten. Dessen Beratung benötigen Sie auf jeden Fall, wenn Sie eine Förderung beantragen möchten. Zugelassen sind alle Energie­effizienz-Expertinnen und Energie­effizienz-Experten, die in der Experten­liste des Bundes bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) geführt sind.

Effizienzhaus Ein- / Zweifamilienhaus

Förderfähige Kosten maximal 10.000 € pro Antrag

Effizienzhaus Mehrfamilienhaus

Förderfähige Kosten 4.000 € pro Wohnung, maximal jedoch 40.000 € pro Antrag

Sie möchten eine bestehende Immo­bilie kaufen, aufteilen und / oder sanieren? Eine Lade­station fürs E-Auto installieren? Barrieren abbauen oder den Einbruch­schutz erhöhen?

Das passende Produkt der KfW-Bank finden Sie hier:

Wollen Sie eine bereits sanierte Immobilie erwerben? Dann achten Sie darauf, dass im Kauf­vertrag für Ihre Immobilie alle Energie­effizienz-Maßnahmen einzeln aufgeführt sind, sodass Sie für diese Kosten ebenfalls KfW-Fördermittel beantragen können.

KfW-Effizienzhaus 55 | was zeichnet das Haus aus?

Der Primärenergiebedarf gibt an, wie viel Energie ein Gebäude benötigt. Neben den Verlusten, die am Haus oder an der Heizung entstehen, berücksichtigt der Wert dabei auch den Energieaufwand für die Förderung, die Aufbereitung und den Transport der Brennstoffe.

Für ein KfW Effizienzhaus 55 muss der Primärenergiebedarf 45 Prozent unter dem eines GEG-Neubaus (Referenzgebäude nach GEG) liegen.

Um den Kennwert zu ermitteln, multiplizieren Experten den Endenergiebedarf eines Gebäudes mit einem spezifischen Faktor. Letzterer ist von den eingesetzten Energieträgern abhängig. Er verbessert sich, wenn regenerative Energien eingesetzt werden. Die Vorgaben lassen sich also mit einem guten Dämmstandard (geringer Energiebedarf) und einer Umweltheizung erreichen.

Darüber hinaus gibt es für ein KfW 55 Haus auch hohe Anforderungen an den Transmissionswärmeverlust. Der Wert beschreibt, wie viel Wärme über die Hüllflächen eines Gebäudes verloren geht.

Für ein KfW-Effizienzhaus 55 muss der Transmissionswärmeverlust 30 Prozent unter dem eines GEG-Neubaus (Referenzgebäude nach GEG) liegen.

Erreichen lassen sich die Anforderungen nur mit einer guten Wärmedämmung. Neben energiesparenden Fenstern kommt es dabei auf eine effiziente Dach- und Außendämmung an.

Beispiele für ein typisches KfW Effizienzhaus 55

Ein KfW 55 Haus lässt sich am besten mit einer effizienten Wärmedämmung und einer regenerativen Heizung erreichen.

Um den geforderten Auflagen zu entsprechen – als Neubau oder Bestandsbau-, müssen beim (Um-) Bau eines KfW-Effizienzhauses verschiedene Maßnahmen erfolgen. In erster Linie ist die Dämmung der Außenwände und des Daches von Wichtigkeit, damit der geringe Energiebedarf durch einen möglichst geringen Wärmeverlust gewährleistet werden kann. Ferner sind Fenster mit Spezialrahmen und einer Dreifachverglasung verbunden mit einem Belüftungskonzept für geringen Wärmeverlust einzuplanen. Geht es um die Heizung, eignet sich dabei zum Beispiel:

• eine Holzheizung (Pelletkessel oder Holzvergaserkessel)

• eine Wärmepumpe für Erde, Wasser oder Luft

• eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung

Diese Faktoren ermöglichen es, dass das Haus passiv durch die abgegebene Wärme von Personen und Geräten und die Sonneneinstrahlung beheizt werden kann und nur geringe Heizkosten anfallen.

Warum benötigt das KfW-Effizienzhaus 55 eine Lüftungsanlage?

Um Schimmelbildung zu vermeiden, werden in einem Energiesparhaus Lüftungsanlagen eingebaut. Zu unterscheiden sind dezentrale oder zentrale Lüftungssysteme. Bei einem zentralen Lüftungssystem wird nur ein Lüftungsgerät eingesetzt, mit dem die einzelnen Räume über Lüftungskanäle be- und entlüftet werden. Die Wärmerückgewinnung aus der Abluft ist möglich ist.

So funktioniert die zentrale Lüftungsanlage

Die Anlage sorgt im Gebäude für einen leichten, stetigen Unterdruck, durch den Abluft per Ventilator abgeführt wird. Die Wärme dieser Abluft nutzt die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Eine dezentrale Lüftungsanlage versorgt die einzelnen Räume mit Hilfe eines Wärmerückführungsgeräts mit vorgewärmter Zuluft. Bei einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wird Frischluft und Abluft aus den Räumlichkeiten über einen Ventilator durch ein Leitungssystem befördert und die Wärmerückgewinnung erfolgt final durch einen hocheffizienten Wärmetauscher.

Im Gegensatz dazu wird bei einem dezentralen Lüftungssystem die Anlage in dem Raum installiert, in dem die Belüftung erfolgen soll. Welches System für den jeweiligen Haustyp geeignet ist, muss individuell entschieden werden.

Vorteile von Lüftungsanlagen in einem KfW-Effizienzhaus 55

  • Ständige Frischeluftzufuhr auch in Abwesenheit
  • Günstig für Allergiker
  • gesundes Raumklima
  • Witterungsunabhängigkeit

Und was Sie sonst noch interessieren könnte?

Förderung für selbstgenutzte Immobilien

Wenn Sie selbst in Ihr Haus oder Ihre Wohnung ein­ziehen, können Sie auch das „KfW-Wohneigentumsprogramm“ beantragen. Diese Förderung ist nur an wenige Bedingungen geknüpft – also praktisch ein Allround­kredit, bei dem Sie bis zu 100.000 Euro erhalten. Gefördert werden zum Beispiel

  • Kosten des Baugrundstücks, wenn Sie es höchstens 6 Monate vor Antragseingang bei der KfW erworben haben
  • Baukosten wie Material- und Arbeitskosten
  • Baunebenkosten für den Architekten, den Energie- bzw. Bauberater, die Notar- und Makler­gebühren sowie die Grunderwerbsteuer
  • Kosten für Außenanlagen

Baukindergeld – 12.000 Euro Zuschuss vom Staat pro Kind

Nachdem Sie in Ihr Eigenheim eingezogen sind, können Sie sich das Baukindergeld sichern. Das Beste: Den Zuschuss müssen Sie nicht zurück­zahlen. Pro Kind erhalten Sie 12.000 Euro, ausgezahlt in 10 jährlichen Raten zu je 1.200 Euro.

Wohnbau-Genossenschaften – Förderung

Möchten Sie Anteile an einer Wohngenossenschaft kaufen und sich damit günstige Mieten und lebens­langes Wohnrecht sichern? Dann unter­stützt die KfW Privatpersonen mit bis zu 50.000 Euro Förder­kredit für selbstgenutzten Wohnraum. Kostenlose außerplanmäßige Tilgung ist möglich.

Brennstoffzellen

Nach der seit 01.07.2021 geltenden “Bundes­förderung für innovative Brennstoff­zellen­heiz­geräte” können Sie einen Zuschuss bis zu 34.300 Euro je Brennstoffzelle für den Einbau in neue oder bestehende Wohn- und Nichtwohngebäude erhalten.

Weitere Fördermöglichkeiten für erneuerbare Energien

Nutzen Sie in Ihrem Neubau erneuer­bare Energien? Dann können Sie zusätzliche Förder­mittel beantragen, zum Beispiel für eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach.

Zusammenfassung zur „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG)

  • Bisherige Programme zur Förderung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien im Gebäudebereich werden gebündelt im „BEG“
  • Vereinfachter Zugang zur Förderung und erleichtertes Antragsverfahren
  • Förderfähig sind private, kommunale, industrielle und gewerbliche Antragstellende
  • Antragstellung der Zuschüsse für Einzelmaßnahmen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
  • Antragstellung für Zuschüsse von Gesamtmaßnahmen (KfW Effizienzhaus) und für Förderkredite mit Tilgungszuschuss sowohl für Einzelmaßnahmen als auch für Gesamtmaßnahmen bei der KfW
  • Gemeinsame Antragstellung für die Förderung inklusive Baubegleitung
  • Erhöhung der Förderung für Baubegleitung in Abhängigkeit von der Zahl der Wohneinheiten
  • Besonderer Einsatz erneuerbarer Energien (Sanierung und Neubau) oder Nachhaltigkeitszertifizierung (Neubau) werden mit höherer Effizienzhaus-Förderung belohnt
  • Zusätzlicher Bonus für individuelle Sanierungsfahrpläne
  • Von der Europäischen Kommission gegenüber dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) als beihilfefrei eingestuft
  • Kumulierung einer Förderung für dieselbe Maßnahme nach dieser Richtlinie mit anderen Fördermitteln grundsätzlich möglich
  • Gleichzeitige Inanspruchnahme mit Förderung nach EEG oder steuerlicher Förderung der energetischen Gebäudesanierung ausgeschlossen
  • Gleichzeitige Inanspruchnahme mit Förderung nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz möglich

Steuerliche Alternative

Alternativ steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung möglich mit Sonder-AfA gemäß § 7b EStG

Weitere Einsparpotentiale, die Sie kennen sollten:

TIP:

Bis zu 20 % der Kosten vermeiden

beim Erwerb einer Eigentumswohnung oder eines Reihenhauses

Zusätzlicher Vorteile als „Baugemeinschaft“ oder „Baugruppe“

Als Bauherrengruppe oder –gemeinschaft können zusätzlich bis zu 20 % Kosten vermieden werden, da die Grunderwerbsteuer und die Nebenkosten sowie Maklergebühren nur auf die zu sanierende Immobilie oder das Grundstück anfallen, nicht aber auf die Baukosten. Es entfällt zudem der Gewinnaufschlag des Bauträgers, den dieser in seine Kalkulation für seine Tätigkeit aufnehmen muss.

Erfahren Sie mehr im Ratgeber Baugemeinschaft

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